BH-nähen leicht gemacht? Ein Erfahrungsbericht

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Moin ihr Lieben,

was soll ich sagen, Ruck Zuck ist es März und am ersten Wochenende dieses Monats hatten die Mädels vom Neuköllner Nähtreff und ich einen Kurs gebucht. Wir wollten lernen, wie man einen BH näht, der auch wirklich passt.

Passform ist alles

Die Idee, einen Kurs zu machen, war bereits im letzten Jahr entstanden und nach längerer Suche wurde ein Kurs gefunden, der allen passte: BH-Nähen in Schöneberg mit sie-dessous.de aka Sigrid Eilert, einer erfahrenen Dessous-Designerin. Wir fünf Frauen haben sehr verschiedene BH-Größen, die ich Sigrid im Vorfeld schickte, damit sie sich auf uns einstellen und vorbereiten konnte.

Materialkunde beim BH-Nähkurs

Der Kurs lief über insgesamt 12 Stunden, jeweils 4 Stunden an drei Tagen und ich muss sagen, die Zeit wurde voll ausgenutzt und hat trotzdem nicht gereicht, um mit einem komplett fertigen BH nach Hause zu gehen. Das Kniffelige am BH nähen liegt nämlich in der Passsform. Jeder Busen ist anders geformt, sitzt anders am Brustkorb der Frau und braucht eine andere Form des Halts und der Unterstützung. Deshalb wird jeder BH einmal „nur“ zur Probe zusammengesetzt, um die Passform zu prüfen. Danach kann man Änderungen vornehmen, erst dann wird der BH komplett zusammengefügt und passt der Trägerin dann richtig. So zumindest der Plan.

Genauigkeit ist Trumpf

Beim Nähen von BH´s ist es essenziell, so genau wie möglich zu arbeiten, denn jede Verschiebung kann den Sitz deines BH´s verziehen und das Ergebnis verderben. Eine große Herausforderung für mich, die ich nicht gerade bekannt bin für meine Genauigkeit….

Trotzdem hat mir das Nähen Spaß gemacht. Sigrid hatte fertige Dessous-Pakete im Angebot, in denen alles, was man für´s BH-nähen braucht, enthalten war:

 

Material
ausgeschnittenes Material

Lycra
elastische Spitze
Futter für´s Mittelteil
Zwickelfutter
Klebecharmeuse
Trägergummi
Ringe und Schieber
Unterbrustband
Wäschegummi
Dekolletegummi
Bügelband
Verschluss
Bügel
Schleifchen zum Dekorieren

Dazu kamen natürlich noch die Superstretch-Nähnadel, Polyestergarn und feine Stecknadeln, die fies gepiekt haben, wenn man sie in die Finger bekam.

Ablauf

Am ersten Tag (Freitag Abend) gab es ein bißchen Theorie, das heißt, uns wurde erklärt, aus was und wievielen Teilen ein BH überhaupt besteht.

Theoriestunde beim Kurs

Dann durften wir alle ein Probekörbchen nähen, was sich als gar nicht so schwierig herausstellte.

Probekörbchen für Größe A

Sehr wichtig war dann das Vermessen, das hieß für alle der Reihe nach ausziehen und Maß nehmen 🙂 . Zuerst eine ungewohnte Situation, aber wir haben viel gelacht und am Schluss war das Ganze auch nicht mehr peinlich oder irgendwie komisch. Wie gesagt, wir sind sehr unterschiedlich bestückt und haben von Größe 85A bis 105G (oder war es H?) alles dabei.

BH naehen
Probekörbchen

Immer schön Schritt für Schritt

Nachdem das erledigt war, hat jede sich ein Material-Paket ausgesucht, den Schnitt in der passenden Größe ausgeschnitten und dann ging´s ans Stoff ausschneiden.

Beim Ausschneiden ist Präzision gefragt

Hier fing das mit dem genau sein schon an, denn wenn man zuviel oder zu wenig Nahtzugabe hat, kann schon alles schief gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die mit Bügelcharmeuse (hatte ich nie zuvor gehört) verstärkten Körbchen wurden mit der Spitze und einem nicht dehnbaren Futter verstürzt und an das Mittelteil und die Seitenteile genäht. Später dann die Gummis und das Bügelband. Alles erstmal nur mit großen Stichen.

Ganz wichtig – alles gut stecken!

Dann wurde anprobiert. Bei mir kam dann raus, dass die Naht über der Brust etwas versetzt werden musste. Außerdem habe ich eine Delle im Bereich des Sonnengeflechts, die man beim Zuschnitt des Mittelteils berücksichtigen musste. Also alles wieder auftrennen und danach daran gehen, die Änderungen einzuarbeiten.

Eine erste Version

Als das getan war, ging es daran, den BH richtig zusammenzunähen, was wir aber nicht mehr ganz geschafft haben. Diese Stunden sind wie im Flug vergangen, wir konnten Sigrid jederzeit mit Fragen bombardieren und uns gegenseitig weiterhelfen, wenn jemand ins Schleudern geriet.

Nähen verbindet.

Den BH habe ich nach dem Kurs noch nicht zu Ende genäht (Asche auf mein Haupt), aber nächstes Wochenende ist wieder Neuköllner Nähtreff und ich habe mir fest vorgenommen, ihn dort weiterzunähen.

Was ich davon mitgenommen habe

Mein persönliches Fazit: es war toll, mal zu sehen und zu erleben, was einen BH so großartig macht. Er ist ein hochtechnisches Kleidungsstück, dass jeder Frau einen schönen und gut gehaltenen Busen zaubert. Ich für mich brauche eigentlich keinen, denn meine Brust ist so klein, dass sie wenig Angriffsfläche für die Schwerkraft bietet (was durchaus ein Vorteil sein kann), dennoch habe ich viel in diesem Kurs gelernt. Mein liebstes Teil zum Nähen wird der BH jedoch nicht, denn es sind mir zu viele Teile, zu fummelig ist die Zusammensetzung und der eigentliche Zweck greift bei mir nicht. Es hat mir allerdings großen Spaß gemacht, mit meinen vier nähbegeisterten Freundinnen zusammen etwas Neues zu lernen, und das ist doch die größte Motivation! Ich verstehe jetzt auch, warum gekaufte BH´s oft nicht richtig passen: die Vielfalt der weiblichen Brust kann von keinem Hersteller, der in Masse produziert, berücksichtigt werden. Umso mehr ist ein selbst genähter und auf die eigenen Maße angepasster BH von großem Vorteil.

An dieser Stelle möchte ich noch Danke an die liebe Sigrid Eilert sagen, die uns in diesem Kurs hochprofessionell und herzlich begleitet hat. Falls ihr jetzt Lust habt, auch mal einen Kurs zu machen, kann ich euch nur empfehlen, mal auf ihrer Webseite vorbeizuschauen. (sie-dessous.de)

naehschule berlin

Und natürlich auch Danke an meine Mädels, die mir erlaubt haben, während des Kurses Fotos zu machen und sie hier präsentieren zu dürfen. Ich freue mich schon auf neue Aktionen mit euch gemeinsam. Nähen verbindet eben!

In diesem Sinne hoffe ich, ihr hattet Spaß beim Lesen und seid vielleicht auf  den Geschmack gekommen 🙂

Bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal,

XX Milan

 

1 Kommentar zu „BH-nähen leicht gemacht? Ein Erfahrungsbericht“

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