Spaß mit Zadie – ein Jumpsuit für alle!

Moin ihr Lieben,

(unbezhalte und unbeauftragte Werbung ist in diesem Blogpost enthalten)

ihr habt sicher schon von Zadie gehört, dem neuen Jumpsuit Schnittmuster von Paper Theory Patterns. In letzter Zeit poppen überall auf Insta und Facebook die Beispiele von begeisterten Näherinnen auf, die sich eine (oder mehrere) Zadie genäht haben und auch ich konnte mich ihrem Charme nicht entziehen.

Vorstellung

Zadie hat keine Verschlüsse und wird nur mit Bindebändern in der Taille in Form gebracht, was für mich sehr reizvoll war, stehe ich doch nach wie vor mit Reißverschlüssen auf Kriegsfuss. Sie sitzt locker und ist nicht darauf aus, perfekt angepasst zu werden, sondern bequem und angenehm zu tragen zu sein. Praktisch hätte ich beinahe gesagt, wobei ich das in Klammern setzen muss. Jumpsuits sind nun mal per se nicht praktisch, da man sich komplett ausziehen muss, um auf die Toilette zu gehen. Aber nichts desto trotz war ich hin und weg von den tollen Designbeispielen und kaufte das Schnittmuster. Man kann sie mit langen Ärmeln oder ganz ohne nähen, dazu hat sie eine dreiviertel-Länge (kann man aber auch variieren).

Einen passenden Stoff dafür hatte ich auch schon auf Lager, nämlich einen unfassbar weichen, flutschigen Jeans-Tencil aus dem Laden von Lara 1000Stoff. Ursprünglich sollte der mal ein Hemdblusenkleid werden, aber das wurde mal eben von Zadie aus dem Rennen geworfen. Gut für die Stoffbilanz am Ende des Jahres * lach*.

Es geht an´s Machen

Die richtige Größe zu finden, erwies sich als recht abenteuerlich, da ich oben eine Größe 8, Taille eine Größe 12 und Hüfte beinahe eine Größe 14 hätte nehmen müssen. Ich entschied mich, nach der Tabelle für die fertigen Maße des Jumpsuits zu gehen, und schnitt eine Größe 8 aus. Mein Stoff lag nicht so breit, wie ich´s gehofft hatte, deshalb musste ich die Teile hintereinander platzieren. Eine bodenlange Version kam dann leider nicht mehr infrage. Coulotte ist nicht meine Lieblingslänge, aber nun ist es so.

Änderungen (oder auch nicht)

Im Originalschnitt wird Zadie mit einem Schrägstreifen eingefasst, um die offenen Kanten zu verschließen, aber das gefiel mir nicht so gut. Außerdem muss man ziemlich um die Kurven mit dem Band und ich kenne mich – zuviel Gefrickel und das Ganze landet in der Ecke und wird nicht mehr angeguckt. Also lieber einen Beleg gebastelt, mit Vliseline verstärkt und damit die offenen Kanten verstürzt. Das hat super funktioniert. Damit die Belege nicht rausruchtschen können, habe ich in 2,5cm Abstand einmal abgesteppt. Mir gefällt´s.

Beim Oberteil war ich kurz in Versuchung, meine üblichen Änderungen anzubringen, also SBA (Smalll Bust Adjustment) und eine Verlängerung um ca. 3cm, habe aber nach einem erneuten Check der Maße am Schnittteil davon abgesehen. Es erschien mir ausreichend. Der lange Schritt im Hosenteil sah hingegen viiiieel zu lang aus. Ich habe ihn trotzdem so gelassen. Bei Jumpsuits muss der Po nicht so perfekt passen und ich wollte dem Schnitt erstmal so eine Chance geben. Irgendwie riskant, aber ich dachte mir, ich probier´s einfach mal, mehr als schief gehen kann´s nicht.

Zadie von drei Seiten

Die Konstruktion

Das Nähen selbst war unproblematisch und ging schnell. Es gab keine Verschlüsse (Jippie!) , die Instruktionen waren eindeutig und einfach und so kam Zadie recht schnell zusammen. Der Stoff ließ sich super vernähen, er neigt allerdings zum ausfransen, weshalb ich alles mit der Overlock versäubert habe. Nach der ersten Anprobe war ich schon recht angetan. Das würde gut werden!

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte Zadie in einem Rutsch fertig genäht, aber sie kam innerhalb einer Woche zustande. Mir ist noch eine Burnside Bibs von SewHouse7 dazwischen gekommen, aber das ist eine andere Geschichte 😉

Das Ergebnis

…ist ein megabequemer Jumpsuit, angehem auf der Haut, perfekt für heiße Tage und große Eisportionen – sprich – ich bin total begeistert! Keine meiner üblichen Anpassungen war nötig! Und er passt trotzdem! Unfassbar. Also Leute, wenn ihr Jumpsuits mögt und was schnelles, lockeres, einfaches für den Urlaub braucht, kann ich euch die Zadie nur wärmstens ans Herz legen. Klasse gemacht, Paper Theory!

Wenn ich eine Kleinigkeit zu bemängeln hätte, wäre das der doch recht tiefe Ausschnitt. Ich werde entweder im Sommer mit einem Bikini oder einem Tanktop drunter rumlaufen, denn einen Druckknopf möchte ich nicht anbringen. Insgesamt stört es mich nicht so sehr und ich freue mich auf wärmeres Wetter. (Krass übrigens, was für einen großen Unterschied es macht, ob mit dem Handy oder der Spiegelreflexkamera fotografiert wird! Die Farben sind komplett verschieden!).

Fazit

Schnitt: Zadie Jumpsuit von Papter Theory Patterns
Genäht in: Größe 8
Stoff: Jeans-Tencil von 1000Stoff, etwa 2,20m
Änderungen: Beleg statt Schrägband, Bindebänder ca. 20cm verlängert
Schwierigkeitsgrad: ziemlich easy, also Anfänger mit leichten Vorkenntnissen

Das war´s erstmal wieder von mir, bis zum nächsten Jumpsuit 😉
Diese Zadie wandert natürlich auch zum #sewtogetherforsummer , wo dieses Jahr Jumpsuits und Latzhosen das Thema sind (genau mein Ding!)
Viel Spaß beim Nähen und danke für´s lesen!

XX Milan

 

 

BH-nähen leicht gemacht? Ein Erfahrungsbericht

(Dieser Blogpost enthält Werbung durch Verlinkung, alles ohne Auftrag und selbst bezahlt)

Moin ihr Lieben,

was soll ich sagen, Ruck Zuck ist es März und am ersten Wochenende dieses Monats hatten die Mädels vom Neuköllner Nähtreff und ich einen Kurs gebucht. Wir wollten lernen, wie man einen BH näht, der auch wirklich passt.

Passform ist alles

Die Idee, einen Kurs zu machen, war bereits im letzten Jahr entstanden und nach längerer Suche wurde ein Kurs gefunden, der allen passte: BH-Nähen in Schöneberg mit sie-dessous.de aka Sigrid Eilert, einer erfahrenen Dessous-Designerin. Wir fünf Frauen haben sehr verschiedene BH-Größen, die ich Sigrid im Vorfeld schickte, damit sie sich auf uns einstellen und vorbereiten konnte.

Materialkunde beim BH-Nähkurs

Der Kurs lief über insgesamt 12 Stunden, jeweils 4 Stunden an drei Tagen und ich muss sagen, die Zeit wurde voll ausgenutzt und hat trotzdem nicht gereicht, um mit einem komplett fertigen BH nach Hause zu gehen. Das Kniffelige am BH nähen liegt nämlich in der Passsform. Jeder Busen ist anders geformt, sitzt anders am Brustkorb der Frau und braucht eine andere Form des Halts und der Unterstützung. Deshalb wird jeder BH einmal „nur“ zur Probe zusammengesetzt, um die Passform zu prüfen. Danach kann man Änderungen vornehmen, erst dann wird der BH komplett zusammengefügt und passt der Trägerin dann richtig. So zumindest der Plan.

Genauigkeit ist Trumpf

Beim Nähen von BH´s ist es essenziell, so genau wie möglich zu arbeiten, denn jede Verschiebung kann den Sitz deines BH´s verziehen und das Ergebnis verderben. Eine große Herausforderung für mich, die ich nicht gerade bekannt bin für meine Genauigkeit….

Trotzdem hat mir das Nähen Spaß gemacht. Sigrid hatte fertige Dessous-Pakete im Angebot, in denen alles, was man für´s BH-nähen braucht, enthalten war:

 

Material
ausgeschnittenes Material

Lycra
elastische Spitze
Futter für´s Mittelteil
Zwickelfutter
Klebecharmeuse
Trägergummi
Ringe und Schieber
Unterbrustband
Wäschegummi
Dekolletegummi
Bügelband
Verschluss
Bügel
Schleifchen zum Dekorieren

Dazu kamen natürlich noch die Superstretch-Nähnadel, Polyestergarn und feine Stecknadeln, die fies gepiekt haben, wenn man sie in die Finger bekam.

Ablauf

Am ersten Tag (Freitag Abend) gab es ein bißchen Theorie, das heißt, uns wurde erklärt, aus was und wievielen Teilen ein BH überhaupt besteht.

Theoriestunde beim Kurs

Dann durften wir alle ein Probekörbchen nähen, was sich als gar nicht so schwierig herausstellte.

Probekörbchen für Größe A

Sehr wichtig war dann das Vermessen, das hieß für alle der Reihe nach ausziehen und Maß nehmen 🙂 . Zuerst eine ungewohnte Situation, aber wir haben viel gelacht und am Schluss war das Ganze auch nicht mehr peinlich oder irgendwie komisch. Wie gesagt, wir sind sehr unterschiedlich bestückt und haben von Größe 85A bis 105G (oder war es H?) alles dabei.

BH naehen
Probekörbchen

Immer schön Schritt für Schritt

Nachdem das erledigt war, hat jede sich ein Material-Paket ausgesucht, den Schnitt in der passenden Größe ausgeschnitten und dann ging´s ans Stoff ausschneiden.

Beim Ausschneiden ist Präzision gefragt

Hier fing das mit dem genau sein schon an, denn wenn man zuviel oder zu wenig Nahtzugabe hat, kann schon alles schief gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die mit Bügelcharmeuse (hatte ich nie zuvor gehört) verstärkten Körbchen wurden mit der Spitze und einem nicht dehnbaren Futter verstürzt und an das Mittelteil und die Seitenteile genäht. Später dann die Gummis und das Bügelband. Alles erstmal nur mit großen Stichen.

Ganz wichtig – alles gut stecken!

Dann wurde anprobiert. Bei mir kam dann raus, dass die Naht über der Brust etwas versetzt werden musste. Außerdem habe ich eine Delle im Bereich des Sonnengeflechts, die man beim Zuschnitt des Mittelteils berücksichtigen musste. Also alles wieder auftrennen und danach daran gehen, die Änderungen einzuarbeiten.

Eine erste Version

Als das getan war, ging es daran, den BH richtig zusammenzunähen, was wir aber nicht mehr ganz geschafft haben. Diese Stunden sind wie im Flug vergangen, wir konnten Sigrid jederzeit mit Fragen bombardieren und uns gegenseitig weiterhelfen, wenn jemand ins Schleudern geriet.

Nähen verbindet.

Den BH habe ich nach dem Kurs noch nicht zu Ende genäht (Asche auf mein Haupt), aber nächstes Wochenende ist wieder Neuköllner Nähtreff und ich habe mir fest vorgenommen, ihn dort weiterzunähen.

Was ich davon mitgenommen habe

Mein persönliches Fazit: es war toll, mal zu sehen und zu erleben, was einen BH so großartig macht. Er ist ein hochtechnisches Kleidungsstück, dass jeder Frau einen schönen und gut gehaltenen Busen zaubert. Ich für mich brauche eigentlich keinen, denn meine Brust ist so klein, dass sie wenig Angriffsfläche für die Schwerkraft bietet (was durchaus ein Vorteil sein kann), dennoch habe ich viel in diesem Kurs gelernt. Mein liebstes Teil zum Nähen wird der BH jedoch nicht, denn es sind mir zu viele Teile, zu fummelig ist die Zusammensetzung und der eigentliche Zweck greift bei mir nicht. Es hat mir allerdings großen Spaß gemacht, mit meinen vier nähbegeisterten Freundinnen zusammen etwas Neues zu lernen, und das ist doch die größte Motivation! Ich verstehe jetzt auch, warum gekaufte BH´s oft nicht richtig passen: die Vielfalt der weiblichen Brust kann von keinem Hersteller, der in Masse produziert, berücksichtigt werden. Umso mehr ist ein selbst genähter und auf die eigenen Maße angepasster BH von großem Vorteil.

An dieser Stelle möchte ich noch Danke an die liebe Sigrid Eilert sagen, die uns in diesem Kurs hochprofessionell und herzlich begleitet hat. Falls ihr jetzt Lust habt, auch mal einen Kurs zu machen, kann ich euch nur empfehlen, mal auf ihrer Webseite vorbeizuschauen. (sie-dessous.de)

naehschule berlin

Und natürlich auch Danke an meine Mädels, die mir erlaubt haben, während des Kurses Fotos zu machen und sie hier präsentieren zu dürfen. Ich freue mich schon auf neue Aktionen mit euch gemeinsam. Nähen verbindet eben!

In diesem Sinne hoffe ich, ihr hattet Spaß beim Lesen und seid vielleicht auf  den Geschmack gekommen 🙂

Bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal,

XX Milan