nähen

#makenine2020 oder eher maketwenty…

Moin ihr Lieben,

es ist mal wieder diese Zeit im Jahr, wo ich anfange, über die vergangenen Monate nachzudenken, und ob und wie weit ich meine selbstgewählten Ziele erreicht habe. Dazu gehört auch der Blick auf mein am Anfang des Jahres erstelltes #makenine-Gitter. Was das ist? Eine Zusammenstellung von 9 Teilen, die man im nächsten Jahr nähen möchte. Oder so habe ich es zumindest für mich interpretiert.

hier als Beispiel mein #makenine2018

Durchhaltevermögen

Oft genug fange ich hochmotiviert im Januar an, meine Ziele anzuvisieren und plane viel, nur um dann spätestens im März festzustellen, dass mich der Alltag und meine unreflektierten Gewohnheiten wieder eingeholt haben. Was mein liebstes Hobby eben auch betrifft. Von den oben gezeigten Teilen habe ich ganze drei fertig genäht und zwei angefangen. Liegen jetzt in der UVO-Kiste…

Gute Vorsätze: Fluch oder Segen?

Den Vorsatz, keinen Stoff zu kaufen zum Beispiel, kann ich getrost vergessen. Es gibt soooo schöne Stoffe, an denen ich nicht vorbei gehen kann und dann will ich mir auch keine Fastenzeit auferlegen. Zugegeben, mein Lagerplatz ist begrenzt und es sollte nicht überhand nehmen mit der Stoffhorterei, aber dafür sorgt schon mein Geldbeutel.

Anders liegt es allerdings bei Schnitten. Ich bin eine serielle Monogamistin, wenn es um Schnitte geht. Fast genauso schnell wie mir ein Schnitt gefällt, vergesse ich ihn auch wieder. Wenn ich einen neuen Schnitt nähe und das erste Modell ist tragbar, folgt meistens kein Zweites. Bin ich „heiß“ genug auf ein gut sitzendes Teil, folgt dann maximal eine weitere Version, mit der ich dann einigermaßen glücklich leben kann. Öfter als zweimal nähe ich selten ein und denselben Schnitt.

Und das ist genau der Knackpunkt, an dem ich ansetzen will.

Resolution

Mein feierliches Versprechen an mich selbst:
Im Jahr 2020 will ich keinen einzigen neuen Schnitt kaufen! Ich werde ausschließlich Schnitte  verwenden, die ich bereits gekauft habe,  die ich selbst entworfen habe oder die mir geschenkt
wurden. Wenn mir ein neuer Schnitt besonders gut gefällt, muss ich ihn entweder zusammenhacken aus meinen bereits gekauften Schnitten oder bis 2021 darauf verzichten.

(Alternative #makenine für 2020, alles pdf-Schnittmuster)

Ihr könnt jetzt finden, dass das ja eine leichte Übung ist, aber glaubt mir, für mich ist es das ganz und gar nicht. Mein Kauf-Finger juckt ziemlich oft, wenn mir ein neues Schnittmuster gefällt. Dummerweise juckt er schneller, als ich nähen kann, und dann geraten die schönen Kleidungsstücke, die geplant waren, ruck zuck in Vergessenheit. Das haben sie nicht verdient!

Ich werde also ab dem 1. Januar 2020 nur noch meinen Bestand nähen! Phew, das ist ne große Nummer für mich.

Es soll mich lehren, mehr zu schätzen, was ich bereits besitze, anstatt mir ständig einzureden, dass ich was Neues brauche. Diese Einschränkung soll mir helfen, zu wachsen #selflove.

Manchmal muss man auf etwas verzichten und das musste ich bisher eher selten. Vielleicht finde ich ja sogar gefallen daran und ich werde Expertin im Schnittmuster-Hacking 🙂

(2. Alternative #makenine aus Papierschnittmustern….)

Das letzte gekaufte Schnittmuster für 2019 war das „Gala-Kleid“ von Patterns for pirates. So ein schönes Kleid aus Romanit, toller Rückenausschnitt und weit schwingender Rock, der musste einfach in meinen Bestand! Wenn es jetzt schon 2020 wäre, hätte ich wahrscheinlich den Nettie Bodysuit von Closet Case Patterns mit einem Tellerrock kombiniert und hätte fast das gleiche Ergebnis!

Unbezahlte Werbung aus Überzeugung

Ihr seht, es fördert die Kreativität, wenn man mal nicht alles hat! Jetzt freue ich mich sogar ein bißchen drauf….

Also hier mein #makenine2020:

Ich besitze so viele Schnitte, es herrscht also absolut kein Mangel, im Gegenteil, es gibt soviel Überfluss,  dass ich den Überblick verloren habe. Diverse Papierschnittmuster und pdf´s schlummern noch in meinem Schrank vor sich hin…ganz zu schweigen von den Näh-Büchern, die ich zwar immer kaufe, aber fast nie für Nähprojekte benutze…. das wird sich im nächsten Jahr ändern. Stichwort #nachhaltigkeit 😉

Jetzt bin ich total gespannt, was das neue Jahr bringen wird. Ein bißchen Angst habe ich auch, dass ich was verpasse, aber nicht viel.

Wie steht ihr zu dem Thema? Kauft ihr viele Schnitte? und näht ihr sie dann auch?
Lasst mir gerne einen Kommentar da, ich freue mich immer, mit euch zu diskutieren oder einfach eure Meinung zu hören.

Bis ganz bald und näht was Hübsches,

XX Milan

Ein ‘anderer‘ Rucksack begeistert

Das erste Projekt auf dem neuen Blog!

Dieser Blogpost enthält unbeauftrage, unbezahlte Werbung. Alle Materialien wurden selbst gekauft und bezahlt!

Moin ihr Lieben,

endlich geht es los mit dem neuen Blog und mit dem ersten Projekt, dass ich hier vorstellen will:

der andere Rucksack von _meinanderesich_ aka Lee. Danke an dieser Stelle für das Supergratisschnittmuster und die viele Arbeit, die du dir damit gemacht hast, liebe Lee!

Ihr habt bestimmt schon die vielen tollen Modelle im Netzt, speziell bei Instagram gesehen, weil Lee ein großartiges Sew-Along gehostet hat und viele an der Challenge teilgenommen haben.

Leider hatte ich zu der Zeit den Kopf und die Hände voll mit anderen Dingen (ihr kennt das, das Leben funkt einem manchmal in die Pläne) und komme erst jetzt dazu, mich an den Rucksack zu machen. Der Vorteil beim spät-dran-sein ist, dass man sich schon die genähten Beispiele angucken und die guten Ideen übernehmen kann 😉
So habe ich dem Rucksack eine gepolsterte Innentasche hinzugefügt und auch diesen kleinen Druckknopf angebracht, mit dem man die Griffe zusammenhalten kann. Danke für die Inspiration!

Das Material und die Beschaffung

Genäht habe ich den Rucksack aus Dryoilskin von Merchant & Mills, den ich bei Lara (1000Stoff) in Berlin gekauft habe. Dieses Material ist einfach großartig, ich habe schon mehrere Taschen damit genäht und bin immernoch total begeistert! Rot sollte er sein, mit neonpinkem Gurtband. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange ich nach diesem Gurtband gesucht habe! Eine Zeit lang gab es das gefühlt überall, jetzt hingegen hatte ich Glück, auf Etsy noch einen (!) Shop  (Nähglück, danke nochmal, Angelique!) zu finden, der ein paar Meter hatte. Es ist breiter als im Schnittmuster angegeben, aber das war mir dann egal. Es macht die Kreuzung der Bänder am Rückenteil etwas breitflächiger, aber  dem Tragekomfort kommt es zugute, da so schmale Träger immer etwas einschneiden (zumindest nach meinem Empfinden).

Die Verstellschnallen habe ich in Rot bei Frau Tulpe im Laden gefunden, auch etwas, das nicht allzuoft im Netz zu finden war…manchmal muss man leider die Idee von etwas den Gegebenheiten anpassen. Einen neonpink farbenen Endlosreißverschluss konnte ich nirgends finden. Deshalb „nur“ ein roter. Das Innenfutter ist aus einem normalen Baumwollstoff, oder Quiltingcotton wenn man so will, den ich mal auf dem Maybachufermarkt für 2 Euro der Meter gekauft und schon bei meiner Yello Bag verarbeitet habe. Er und das Volumenvlies stammen aus der „Stoffkollektion“ aka meinen 8 Stoffkisten, es wurde also auch ein bißchen ge-destasht (Oh Gott, dieses Anglzismen bringen mich um!)

Das nähen selbst

Der Prozess des nähens lief ganz gut, bis auf das annähen der vorderen Tasche, die mir zuerst komplett schief geraten ist… bei Oilskin ist das nicht so toll, denn man kann die Punkte der Nadel auch später noch deutlich erkennen, aber damit muss ich nun klar kommen und es auf Insta mit dem Hashtag #perfectimperfection schmücken 😉

Da ich die Rückseite des Futters und die Innentaschen mit Volumenvlies verstärkt hatte, wurde es beim Wenden und durchziehen etwas dick, aber auch das hat sich mit etwas Vorsicht und Geschick gelohnt. Für einen absoluten Anfänger würde ich den Rucksack nicht unbedingt empfehlen, er ist durchaus knifflig und man kann schon die eine oder andere Nadel einbüßen. Für mich ganz speziell hieß das, langsam machen und zwischendurch mal aufstehen, Tee trinken, spazieren gehen, Kuchen essen und mich dann wieder dran setzen.

Das Resultat

Mit dem fertigen Rucksack bin ich total glücklich und er entspricht weitgehend meiner Vision von ihm. Mittlerweile war er auch schon im Einsatz. Er hat den Vorteil, dass er nicht riesig groß ist, aber dennoch viel hinein passt. Der Nachteil ist, dass man nicht einfach mal schnell an den Inhalt dran kommt, wenn man ihn komplett (also auch die Griffe) verschlossen hat. Das heißt also, Portemonnaie, Handy und ähnliches in die Innentasche der Jacke oder woanders unterbringen, wo man schneller dran kommt. Abgesehen davon finde ich ihn großartig und bin sicher, dass ich ihn oft tragen werde.

So, das war´s erstmal von mir, ich hoffe, ihr könnt mit meinen Beschreibungen etwas anfangen. Und wenn nicht, schreibt mir einfach 🙂

Lasst es euch gut gehen und näht was Hübsches, bis bald!

XX Milan