Sommer

Badeanzug selber nähen Cottesloe von Megan Nielsen

Moin ihr Lieben,

(dieser Blogpost enthält unbeauftragte, unbezahlte Werbung)

kennt ihr das, wenn ihr im Laden steht, bereits 5 Teile anprobiert habt und nichts so richtig passen will? Mir ging es in den letzten Jahren so, wenn ich einen Badeanzug kaufen wollte. Da mein Oberkörper zwar recht lang, meine Oberweite aber recht klein ist, passte da keine Größe so richtig und ich fühlte mich unwohl darin. Was also tun? Ich habe die meiste Zeit Bikinis getragen, denn da gibt es kein Problem mit der Länge des Oberkörpers ;). Allerdings sind Bikinis eher was zum in der Sonne liegen als zum schwimmen, deshalb habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, mir einen Badeanzug einfach selbst zu nähen.

Am Anfang…

…war das Fragezeichen. Einfach selbst nähen? Ich habe erstmal angefangen, das Thema zu recherchieren. Welche Stoffe kommen da zum Einsatz? Braucht man spezielles Gummi? Muss ich den Badeanzug füttern und wo bekommt man das richtige Schnittmuster?

Es gibt eine Unmenge an Informationen im Netz und auch bei meinen Nähfreundinnen konnte ich mich kundig machen. Einige Dinge wurden von allen gleichermaßen empfohlen: der Stoff für Badebekleidung sollte aus Sportlycra oder Spandex sein, der hat hohe Dehnbarkeit in alle Richtungen und springt zurück in seine Form, wenn er nicht gedehnt wird. Check!

Beim Gummi gab es unterschiedliche Meinungen, jedoch entschied ich mich letztendlich für den speziellen Badeanzug-Gummi und gegen das übliche, normale Gummi. Badeanzug-Gummi ist genauso dehnbar wie anderes, es besitzt aber zusätzlich den Vorteil, dass es Chlor- und Salzwasser länger standhält als handelsübliches Gummi und das ist es ja schließlich, was ein Badeanzug aushalten sollte!

Die Auswahl an Badeanzugstoffen war sogar im Online-Handel begrenzt, weshalb ich mich dann für ein erstes Probemodell für einen korallroten mit weißen Blättern von Stoffe.de entschied. Dazu kam noch ein Meter weißer Sportlycra als Futterstoff.

Der Schnitt…

ist ja immer ein großer Schritt. Ich habe mich umgeguckt und mich dann für den Schnitt „Cottesloe“ von Megan Nielsen Patterns entschieden. Er ist richtig schön schlicht und ohne Schnörkel, dafür gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, ihn zu nähen. Zwei Badeanzug-Versionen und zwei Bikini-Versionen. Perfekt. Ich entschied mich für Modell A, einen Badeanzug mit niedrigem Beinausschnitt, einfachen Trägern und einem dramatischen Rückenausschnitt, der mit einem Bindeband zusammengehalten wird. Genug Stoff für einen Bikini blieb nach dem Zuschnitt übrig, sodass ich den auch noch nähen werde.

Anpassungen/Änderungen

Jaaaa, sogar hier musste ich Kleinigkeiten ändern, denn, ihr erinnert euch, ich habe einen langen Oberkörper. Also habe ich den Schnitt an der vorgesehenen Stelle um 3cm verlängert, vorne und hinten. Des Weiteren war die Größenauswahl etwas kompliziert, denn oben herum habe ich eine Größe 6, Taille eine Größe 8 und Hüfte eine Größe 12. Also habe ich den Schnitt genauso angepasst. Die Seitennaht verläuft nun von 6 über 8 in Taillenhöhe bis zu 12 in Hüfthöhe. Klingt erstmal logisch, wurde aber dann beim abmessen für die Länge des Gummis etwas knifflig.

Badeanzug Cottesloe mit Futter

Die Anleitung…

…von Megan ist ziemlich eindeutig und das nähen an sich ist nicht schwierig, wenn man denn die Anleitung richtig gelesen und die Schritte nacheinander befolgt hätte…. ich bin da wohl irgendwo falsch abgebogen und habe prompt vergessen, meine Bindebänder beim Schließen der Seitennähte mit einzufassen… pfff. Kann passieren. Es gibt sogar einen bebilderten Sew-Along auf Megan´s Webseite, aber da es so viele verschiedene Modelle gibt, wird nicht immer genau deins grade gezeigt… nun ja, ich habe die Bänder also versäubert und hinterher eingesetzt, sieht kein Mensch…

Das Nähen

selbst wäre an sich kein Problem gewesen, die Konstruktion ist recht einfach, allerdings haben sich meine Maschinen verschworen, mir das Leben schwer zu machen. Zuerst ist mir beim annähen des Gummis die linke Nadel der Overlock abgebrochen. Dabei habe ich mich ziemlich erschrocken, denn die Nadel flog mir ins Gesischt! Also hier aufgehört und gedacht, näh´ich halt an der Pfaff weiter mit nem Zickzack-Stich, ist sowieso viel exakter und weniger dick (ähnlich wie beim BH-nähen, siehe hier: Click!). Und was war dann? Ich hatte eine neue Spule aufgespult und eingesetzt und diese hat mir ständig den Unterfaden zusammengeknäuelt. Grrr. Das es an der Spule lag, habe ich allerdings erst später festgestellt, nachdem ich die Stichplatte entfernt, alles gesäubert, eine neue Nadel eingesetzt und die Fadenspannung überprüft hatte. Als ich eine neue Spule mit neuem Garn eingesetzt hatte, lief es plötzlich wie am Schnürchen. Vorher dachte ich schon, ich müsste mit dem Nähen aufhören und erstaml ne Runde spazieren gehen… wenn so etwas passiert, verliere ich schnell mal die Fassung und könnte rumschreien und etwas durch die Gegend schmeißen. Und anschließend heulen. Aaaber, so langsam zeigen die täglichen Yoga-Übungen Wirkung und ich werde gelassener! Oooooommmm!

Das Ergebnis

Zu guter Letzt bin ich fertig geworden mit meinem neuen Badeanzug. Er ist noch nicht perfekt, es gibt da noch ein paar Stellen, die ich noch besser machen kann (jetzt mal ganz abgesehen von der Verarbeitung), aber im Großen und Ganzen ist er tragbar und ich bin recht zufrieden.

Hier ein paar Bilder nach dem ersten Baden im See:

Badeanzug Cottesloe Frontansicht
Cottesloe Badeanzug von Vorne
Cottesloe Badeanzug Rückansicht
… und von hinten. Man sieht, eine Anpassung für mein Hohlkreuz ist dann wohl noch angebracht.

Badeanzug Cottesloe

Girl in bathingsuit
backview of Cottesloe bathingsuit Rückansicht Cottesloe Badeanzug

Den Bikini werde ich wohl auch noch nähen, einfach, um es mal gemacht zu haben. Außerdem habe ich mir bei Spoonflower superschönen Stoff bestellt und kann es kaum erwarten, mir davon einen Cottesloe Badeanzug und einen Bikini zu nähen. Beides möchte ich gerne mit nach Australien in den Urlaub nehmen 🙂

Fazit

Einen Badeanzug zu nähen ist keine Zauberei. Man muss nur ein paar Sachen beachten (z.B. der Anleitung folgen) und es einfach machen! Wieder eine Herausforderung gemeistert! #neueslernen

In diesem Sinne, danke für´s dranbleiben und viel Spaß beim nähen!

Bis zum nächsten Mal,
XX Milan

 

Schnitt: Cotteloe swimsuit von Megan Nielsen
Stoff: Stoffe.de Badelycra 1m/1,40m als Futter Badelycra in weiß 1m/1,40m
Gummi: Badegummi von Wien2002.at weiß, 0,6mm ca. 4m
Garn: weißer Polyester von Gütermann

Verlinkt beim Sew La La